Gischt schäumt über den Bug, wenn das Faltboot tief in die Brecher des
Titicacasees stößt. Peter will einfach schnell ankommen. Schon lange ist
er nur noch als dunkler Punkt auf den Spitzen der Wellenberge zu sehen.
Jörg schaut sich nach Axel um. Graue Schaumberge aus bläulich durchsichtigem
Wasser und dahinter die Sonneninsel, von Axel keine Spur. Endlich ist
er zu sehen. Hinter einem Wellenberg kommt zuerst sein Hut hervor. Das
Wasser trägt ihn höher und höher, bis Jörg von seinem Tal aus zu ihm aufsehen
muß. Ein begeisternder Anblick, wenn nicht das beunruhigende Tosen des
Sturmes an den Nerven zehren würde. Axel hat sich Zeit gelassen, um das
Panorama der Anden zu genießen. Es ist so beeindruckend, daß er seine
kipplige Lage vergißt, den Fotoapparat auspackt und verzückt um sich knipst.
Nachdem sicher schrecklich verwackelte Bilder geschossen wurden, fahren
beide weiter der Mondinsel zu. Die Landung stellt alle bisherigen Schrecken
in den Schatten. Über großes Ufergeröll peitscht die Brandung. Peter,
der die beiden anderen erwartet, hat eigentlich überhaupt keine Lust,
noch einmal ins kalte Wasser zu steigen, um ihnen beim Ausbooten zu helfen.
Er überwindet sich jedoch. Von einer starken Welle angehoben, wird Jörg
weit an ihm vorbei und mit vollem Schwung auf die Steine zu getrieben.
Da bleibt Jörg nur, ins Wasser zu springen und mit den Wellen um das Boot
zu ringen. Im Austausch mit blauen Flecken, Hautabschürfungen und komplett
nassen Sachen erhält er sein Eigentum zurück. Peter kommt tropfnaß ans
Ufer und sieht ihn eine Weile nicht mehr an. Aber der folgende Abend entschädigt
die Abenteurer für alles. Am Farbenspiel des Sonnenuntergangs in den Andengipfeln
über dem dunklen Wasser können sie sich gar nicht satt sehen. Später erstrahlen
die noch unbekannten Sterne. Für sie geht ein Traum in Erfüllung.
|